Google+

Konsul Sten Schwede versucht in Peru estnischen Gefangenen zu helfen

Staatwappen von PeruStaatwappen von PeruAm 4. Oktober wurden im Flughafen von Cusco in Peru zwei estnische junge Frauen festgenommen. Bei 19-Jährigen Anneli Kolk und 22-Jährigen Anne Maarja Gross wurde fast sechs Kilo Kokain gefunden. Die Frauen beteuern ihren Unschuld, nach ihre Eigenangabe wurden sie von Anwerbern, deren Namen sie angeblich nicht kennen, hintergangen.

Voraussichtlich werden die Estinnen im Kürze wegen Drogenschmuggel angeklagt. Sollte es zu einer Verurteilung kommen, müssen die beiden Frauen mit einer Haftstrafe zwischen 15 und 25 Jahren rechnen.

Wenn die ausländische Gefangene in Peru frei kommen wollen, müssen sie an den lateinamerikanischen Staat eine Abgabe zahlen, dessen Höhe von einem Gericht festgelegt wird. Gewöhnlich müssen die Verhafteten bis zu 4000 Euro zahlen. Davon wird jedoch die im Vollzug verbrachte Zeit abgerechnet, so dass die Gefangene, falls sie lange eingesperrt waren letztlich nur einige hundert Euros aufbringen müssen. Dazu müssen sie selbst für ihren Rückflug aufkommen. Meistens haben die Sträflinge das Geld nicht. Auch die Heimatstaaten sind nicht bereit für ihre Bürgern zu haften, denn wenn für einen schon bezahlt wurde, wird in der Zukunft für alle Geld verlangt.

Wie die Tageszeitung Eesti Päevaleht berichtet, hat der estnische Konsul in New York, Sten Schwede Peru das Land als Sonderrepräsentant des estnischen Staates gegenwärtig besucht mit dem Ziel, den Gefangenen zu helfen,. „Bei einem Treffen mit dem Vertretern des Vollzugsanstaltsamt habe ich erläutert, dass Kolk und Gross noch sehr jung sind und kein Spanisch sprechen. Deswegen können sie mehr verletzlich sein als die andere Gefangene. Ich habe erreicht, dass der Chef der Behörde in meinem Anwesenheit Kontakt mit der Vollzugsanstalt in Cusco aufgenommen hat und dortigen Leiter ersuchte mehr Acht auf die Situation der Estinnen zu geben,“ wird Schwede in der Zeitung zitiert.

Estland hat in Peru keine diplomatische Vertretung. Nach dem Diplomat der Kolk und Gross, aber auch andere in Cusco festgehaltene Esten besucht hatte, reiste er weiter in die Hauptstadt des Landes, Lima. Dort traf Konsul Schwede mit Beamten der Außen- und Justizministerien zusammen. Mit diesem Zusammenkunft wollte Diplomat erreichen, dass zwischen Estland und Peru ein Vertrag abgeschlossen wird, der den Austausch von Gefangenen ermöglicht. Obwohl behördliches Interesse vorhanden ist, können die Vertragsvorbereitungen mehrere Jahren dauern. Angenommen, dass ein Abkommen tatsächlich unterschrieben wird, ist ein positives Ergebnis damit noch nicht garantiert. Dies zeigen die Erfahrungen mit anderen Ländern.

Neben den zwei frisch verhafteten Estinnen sitzen in der Vollzugsanstalt von Cusco noch zwei Männer aus Estland. Sie hofften bald das Gefängnis verlassen zu können. Während der Haftzeit arbeiten sie im Gefängnisladen und können so für sich ein Taschengeld verdienen. Einzige, was sie vermissen, sind die estnische Kartoffeln und Hackfleischsoße, so der Konsul.

In Lima werden zur Zeit in der Haftanstalt Callao vier estnische Staatsbürger festgehalten. Dort ist laut Schwede Unterbringungslage deutlich schlechter als in Cusco. Das Gefängnis ist überbelegt und nicht alle haben Arbeit. Man hätte ihm aber über keine gewalttätige Übergriffe berichtet.

Der Honorarkonsul Estlands in Lima, Francisco Espinosa Bellido hat für die estnischen Staatsbürgern einen Anwalt besorgt, der ihre rechtliche Interessen verteidigt. Laut Außenministerium sind zur Zeit 15 estnische Staatsbürger in südamerikanischen Anden-Staat im Haft. Rund um die Welt sitzen 95 Personen aus Estland hinter Gittern. Gegen 21 davon wurde Anklage gegen Rauschgiftdelikten erhoben.

Quelle: Eesti Päevaleht

Foto: © Außenministerium Estlands