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Estland feiert mit einer Militärparade sein 100jähriges Jubiläum

Estnisches Militär - SymbolbildMit einer Flaggenzeremonie, einer Militärparade - rund hundert Armeefahrzeuge aus Estland und anderen Nato-Staaten rollten durch die Straßen - und weiteren Festakten haben die Esten den 100. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung gefeiert. Die Souveränität des Landes sei jetzt besser geschützt als je zuvor, sagte Parlamentspräsident Eiki Nestor in der Hauptstadt Tallinn. Er unterstrich, das Land sei Teil der freien Welt, „und wir haben Freunde und Verbündete“.

Generalstabschef Riho Terras sprach das andauernde schwierige Verhältnis zu Russland in seiner Ansprache an: "Die Souveränität und Freiheit unseres Volks war niemals garantiert und sollte deswegen nicht als selbstverständlich betrachtet werden."

Mit Sonnenaufgang wurde bei winterlichen Minustemperaturen, von Chorgesang begleitet, die blau-schwarz-weiße Nationaltrikolore auf dem 45 Meter hohen "Langen Hermann" („Pikk Hermann“) auf dem Tallinner Domberg (Toompea) gehisst. Der mittelalterliche Festungsturm ist ein Teil des Schlosses, in dem das estnische Parlament (Riigikogu) seinen Sitz hat.

Unabhängigkeitsdeklaration am 24. Februar 1918

Estland erklärte sich am 24. Februar 1918 von Russland selbstständig. Vorhergegangen war die Souveränitätserklärung von dem Sturz der russischen Zaren und der Oktoberrevolution 1917 in Russland. Das Land nutzte im Wirren der Ersten Weltkrieg die kurzfristige politische Vakuum zwischen Abzug der russischen Armee und Anrücken der deutschen Truppen. Der selbständige estnische Staat bestand jedoch nur einen Tag lang. Dann übernahmen die Deutschen im Land erneut die Kontrolle.

Doch nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg zog sich Deutschland aus dem Baltikum ganz zurück. Jetzt witterte Moskau ihre Chance. Die Esten dachten aber nicht daran, so leicht aufzugeben. Mit Hilfe der Freiwilligen aus Finnland und Großbritannien begann der estnische Unabhängigkeitskrieg, der bis 1920 andauerte und mit Tartuer Frieden beendet wurde.

1940 wurde das kleine Land im östlichen Nordeuropa an der Ostsee von sowjetischen Roten Armee besetzt und mit Gewaltandrohungen gezwungen, zur Sowjetstaat zu werden. Ausgangspunkt zu der Annektion waren die geheime Protokolle des Hitler-Stalin-Paktes vom 23. August 1939, in dem Oberkommunist Jossif Stalin und der deutsche Führer Adolf Hitler die Ost-Europa unter sich verteilt haben. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg blieben Estland, Lettland und Litauen, mit stillen Segnen der westlichen Kriegsgewinnern, ein Teil der Sowjetunion. Obwohl der Westen die Okkupation de jure nie anerkannt hatte, blieben die baltische Staaten de facto unter der kommunistischen Besetzung.

Seit 1991 wieder unabhängig

Seit 1991 ist Estland wieder unabhängig, seit 2004 Mitglied der Europäischen Union und der westlichen Verteidigungsallianz NATO. Im Baltikum und Polen sind derzeit vier NATO-Bataillone stationiert. Für Estlands Regierung bedeutet die NATO-Mitgliedschaft vor allem einen wirksamen Schutz vor dem großen und als gefährlich empfundenen Nachbarn Russland.

Am 3. April empfängt US-Präsident Donald Trump die drei baltischen Staatschefs in Washington zu Gesprächen über militärische und wirtschaftliche Zusammenarbeit. (asie)

Symbolfoto: © Das Baltikum-Blatt / AWSiebert



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