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www.baltikum-blatt.eu
17. Feb 2018
07. Woche
5. Jahrgang

Spionagevorwürfe: Estland und Russland tauschen Gefangene

Gefangenenaustausch am Grenzübergang KoidulaGefangenenaustausch am Grenzübergang KoidulaIm Streit um Spionagevorwürfe haben Estland und Russland am 10. Februar gegen 10 Uhr zwei Gefangene ausgetauscht. Ein in Russland festgenommener estnischer Unternehmer sei gegen einen in Estland inhaftierten Russen getauscht worden, teilte die estnische Sicherheitspolizei (Kaitsepolitsei) mit.

Die Übergabe fand an dem Grenzübergang Koidula an der Fluss Piusa in Värska (Landgemeinde Setomaa im Landkreis Võru in Süd-Estland) zwischen den beiden Staaten statt. Eine Stellungnahme aus Russland liegt zur Zeit nicht vor.

Der Este Raivo Susi war im Dezember 2017 von einem russischen Gericht wegen Spionage zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Ein estnisches Gericht schickte den Russen Artjom Zintscheko im Mai 2017 wegen Agententätigkeit für den russischer Militär-Nachrichtendienst GRU zu fünf Jahren hinter der Gitter.

Zintscheko soll laut Anklage in Estland Informationen gesammelt haben, um sie dann weiter nach Russland zu schicken. Ein Mal soll der damals 30-jährige Russe, der seit 2013 mit einer Aufenthaltserlaubnis in dem Ostseeland lebte, Daten auch persönlich in St. Petersburg an den GRU übergeben haben.

Susi versicherte, es gehe ihm gut, es gibt keinen Grund zu Sorge. Er will keine weitere Angaben zu seiner Ergreifung im Februar 2016 am Moskauer Flughafen Scheremetjewo machen. Bei seiner Ankunft in Estland bedankte sich der Unternehmer bei Allen, die sich für seine Freilassung eingesetzt hatten.Gefangenenaustausch am Grenzübergang Koidula

Susi hatte sich vor seine Festnahme rege Geschäfte auf dem Gebiet Flugbetrieb mit den ehemaligen Sowjetrepubliken gemacht. Der Inlandsgeheimdienst der Russischen Föderation (FSB) beschuldigte den Esten für Handlungen, die in den Jahren 2004-2007 statt gefunden haben sollen. Ermittlungen gegen ihn wurden jedoch erst am Anfang 2016 aufgenommen, in Zwischenzeit konnte Susi sich in Russland frei bewegen. Als der Este verhaftet wurde, war er unterwegs nach Tadschikistan in Zentral-Asien.

Beide Gefangene haben vor ihrem Austausch ein Gnadengesuch an den Präsidenten des jeweiligen Staats eingereicht, das dann auch bewilligt worden war.

Nach der Zerfall der Sowjetunion und Wiederherstellung der Republik Estland sind die Beziehungen zwischen Tallinn und Moskau angespannt. Der letzte Agentenaustausch fand am 26. September 2015 statt, Das Baltikum-Blatt berichtete (asie)

Fotos: Sicherheitspolizei


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