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Estnische Schiffsschützer sind frei

Estnische Mitglieder der Seaman Guard OhioEstnische Mitglieder der Seaman Guard OhioDie estnischen maritimen Begleitschützer zur Piratenbekämpfung sind nach ihrer vierjährigen Odyssee in Indien freigesprochen worden. Ihre Aufgabe war es, Schiffe und deren Besatzungen vor Piraten auf See zu schützen, Das Baltikum-Blatt berichtete. Ein Appellationsgericht in der Stadt Chennai (Bundesstaat Tamil Nadu) hat die Beschuldigungen gegen die Esten fallengelassen. Die Männer sind am 6. Dezember über Frankfurt/Main in der Heimat gelandet.

Die 14 Schiffsschützer aus Estland, die ihren Dienst auf dem amerikanischen Piratenabwehrschiff Seaman Guard Ohio der Sicherheitsfirma AdvanFort leisteten, waren im Oktober 2013 in indischen Territorialgewässern festgenommen worden. Auf dem Boot, das unter der Flagge von Sierra Leone fuhr, befand sich zum Zeitpunkt der Festnahme im Hafen von Tuticorin ein Team von 35 Männern, davon waren zehn Mannschaftsmitglieder und 25 professionelle Schiffsschützer. 14 von ihnen waren estnische Staatsbürger, sechs britische und vier indische. Der Kapitän kam aus der Ukraine.

Am 30. Dezember 2013 wurde die Besatzung angeklagt. Die Festgenommenen wurden beschuldigt, rechtswidrig Kraftstoff getankt und Waffen benutzt sowie ohne Erlaubnis indische Hoheitsgewässer befahren zu haben. Die Männer selbst vermuteten, es ging um die Erpressung von Lösegeld.

Aufgabe der Schiffsschützer ist es, Schiff, Mannschaft und Ladegut sicher in den Zielhafen zu bringen und Abwehr gegen Piraten zu leisten. Die Arbeit ist gut bezahlt, die Verträge werden meist für drei Monate abgeschlossen. Die inhaftierten Esten sind zwischen 30 und 50 Jahre alt. Der Großteil der Männer war in den estnischen Streitkräften ausgebildet worden, einer der Männer arbeitete früher im Sicherheitsdienst. Zwei der Schiffsschützer haben allerdings eine kriminelle Vergangenheit. Einer der Esten hatte 1994 im betrunkenen Zustand einen Letten in den Bauch geschossen. Später haben sich Täter und Opfer im Gefängnis wieder getroffen, wo das Opfer den Schützen brutal zusammenschlug. Der zweite Mann soll im Friedensoperationszentrum der Streitkräfte in einen Betrugsfall verwickelt worden sein. Er besaß eine Autofirma, die von Kunden Vorauszahlungen von gebrauchten Wagen kassierte, doch die Autos kamen in Estland nie an.

Die Firma AdvanFort hatte vor einigen Jahren in Estland für Schlagzeilen gesorgt, als sie die estnischen Marineoffiziere abwarb. Es wurde zudem behauptet, dass auf den Schiffen Waffen benutzt werden, die aus dem schwarzen Markt stammen.

Die Gehaltszahlungen sind zwar um 25 Prozent gesunken, vor einigen Jahren haben die Schiffsgleitschützer jedoch noch 2000 Euro Netto und mehr pro Monat verdient.

Quellen: Delfi, Eesti Ekspress