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www.baltikum-blatt.eu
18. Feb 2018
07. Woche
5. Jahrgang

Russische Spione in Deutschland unterwegs

Schattenwurf - SymbolbildSchattenwurf - SymbolbildDie deutsche Wochenzeitung „Welt am Sonntag“ berichtet unter Berufung auf das Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), dass in Deutschland verstärkt russische Spione unterwegs sind. Die Kundschafter seien bestrebt, geheime Informationen über die deutsche Politik und Rüstung zu sammeln.

Der Behörde zufolge versucht Russlands Auslandsnachrichtendienst SWR (Sluschba wneschnei razwedki) bewusst, Mitarbeiter von deutschen Politikern, Stiftungen und Ministerien anzuwerben, um Informationen zu bekommen. Meistens beginne die Anwerbung mit einer Einladung in die Botschaft der Russischen Föderation in Berlin. Die Agenten von SWR sind, wie schon in der Sowjetzeiten, als Botschaftsangestellte getarnt. Ihre Aufgabe ist es auf Veranstaltungen ihre Wunschpersonen durch harmlosen Fragen auszukundschaften, ob sie sich eventuell bei westlichen Behörden auskennen und einen Zugang zu wichtigem Material haben. Wenn eine Person von Nutzen sein kann, treffen die „Diplomaten“ die Zielperson weiter. Die russische Agenten versuchen Freundschaft zu schließen, um den neuen „Freund“ darauffolgend abzuschöpfen. Der Zeitung zufolge gingen in Berlin von den russischen Geheimagenten in Berlin rund hundert Anwerbeversuche aus. Das BfV geht davon aus, dass ein Viertel bis zu einem Drittel des russischen Botschaftspersonals einen nachrichtendienstlichen Hintergrund hat.

Doch nicht nur Botschafts-Agenten sind auf der Suche nach der geeigneten Informanten. In Bundesrepublik leben auch sogenannte Illegale. Sie sind russische Spionen, die unter einer Legende ein normales Leben leben. Zum Beispiel lebten die zuletzt gefassten russischen Agenten Tina und Pit, die sich mit der Name Heidrun und Andreas Anschlag ausgaben, mehr als 20 Jahre in Deutschland: Sie als Hausfrau, er als Ingenieur. Hinter der bürgerlichen Fassade ihres Hauses in Marburg (Bundesland Hessen) war eine Filiale der SWR eingerichtet. Beide russische Staatsangehörige waren als Spitzel des sowjetischen Geheimpolizei KGB in die Bundesrepublik entsandt wurden. Später spionierten sie dann wohl für dessen Nachfolgeorganisation SWR. Ihre Quelle war unter anderem ein niederländischer Diplomat, Raymond P., der für seine dreijährigen Dienste rund 72.200 Euro bekam. Darüber hinaus besuchte Andreas Anschlag der Bundesanwaltschaft zufolge Veranstaltungen der Deutschen Atlantischen Gesellschaft, der Clausewitz-Gesellschaft, der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik sowie der Friedrich-Naumann-Stiftung, über die er Moskau informierte. Darüber hinaus wies Pit den SWR auf mögliche Informanten hin, die er bei den Veranstaltungen kennengelernt hatte. Auch seine Arbeitgeber in Deutschland spähte er laut Anklageschrift nach "wissenschaftlich-technischen Informationen" aus. Er war ein Fachmann für Spritzgusstechnik.

Medienberichten zufolge beliefen sich die Ersparnisse der Eheleute auf rund 600.000 Euro. Herr Anschlag bekam nicht nur seinen Arbeitslohn als Ingenieur aus Deutschland, sondern er nahm zusätzlich noch aus Moskau monatlich 4300, seine Frau 4000 Euro entgegen. Das Paar, dessen richtige Personalien bis heute unbekannt sind – es schwieg vor Gericht eisern – flog 2011 auf. Im Juli 2013 hat das Stuttgarter Oberlandesgericht sein Urteil bekannt gegeben: Pit wurde für sechseinhalb Jahren hinter der Gitter geschickt, Tina muss ein Jahr weniger im Haft bleiben.

Der russische Geheimdienst bemüht sich auch, das Meinungsbild über Russland in Deutschland zu ändern. So arbeiten die Spione auch in der Medien oder schreiben einfach Lesebriefe an die Redaktionen.

Symbolfoto: © Das Baltikum-Blatt / AWSiebert


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