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Jiddischsprachige Bücher aus litauischen Nationalbibliothek in Berlin

Caption TextAnlässlich des 70. Jahrestages der Ermordung der Bewohner des Wilnaer Ghettos am 23. September 1943 präsentiert die Berliner Universitätsbibliothek des Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrums in ihrem Foyer Werke deutschsprachiger Autoren, die in Wilnaer Verlagen in jiddischer Sprache publiziert wurden. Darunter sind viele Erstausgaben, die die litauische Nationalbibliothek in Vilnius zur Verfügung stellt.

Die Ausstellung ist Teil der dreitägigen internationalen Konferenz "Wilna - Wilno - Vilnius. Das jiddische Vilne - Eine Topografie zwischen Moderne und Mythos", die das Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Geschichte, die Botschaft der Republik Litauen in Deutschland, das Kulturministerium der Republik Litauen und die Konrad-Adenauer-Stiftung initiiert haben. Experten aus Litauen, der Schweiz und Polen werden bis Dienstag ihre Forschungsprojekte zum Thema vorstellen und so Einblick in eine Kulturregion geben, über die bislang in Deutschland zu wenig bekannt ist, so die stellvertretende Vorsitzende der KAS, Professor Dr. Beate Neuss. Sie erinnerte bei der Ausstellungseröffnung daran, dass die Identität Vilnius` eng mit dem jüdischen Leben und Wirken verknüpft sei.

Vilnius war vor dem Zweiten Weltkrieg eines der wichtigsten jüdischen Zentren, die litauische Gemeinde international eine ganz besondere. Nicht ohne Grund wurde die Stadt das „Jerusalem des Nordens“ genannt, wie Sarunas Birutis, Minister für Kultur der Republik Litauens, sagte. Er kündigte an, dass die litauische Regierung das jüdische Viertel in den kommenden Jahren umfangreich rekonstruieren wird. Herausragend ist dabei der teilweise Wiederaufbau der Großen Synagoge. Diese war einst auf Befehl Stalins zerstört worden. Für Arturas Zuokas, Oberbürgermeister von Vilnius, soll die Synagoge wieder zu einem der wichtigsten Orte jüdischer Kultur werden. Mit dem Vorhaben der Ronald Lauder Stiftung, die in einer angeschlossenen Bibliothek auf 600 Quadratmetern Schüler in jiddischer Sprache unterrichten will, sei hierzu ein wichtiger erster Schritt gemacht worden.

Die Ausstellung „ Wilna - Wilno - Vilnius - Das Jiddische Vilne - eine Topografie zwischen Moderne und Tradition“ ist noch bis zum 17. November zu sehen. Der Eintritt ist kostenlos.

Foto: © Konrad Adenauer Stiftung



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