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Kulturfestival „Via Baltica“ macht eine Hommage an die Geschichte

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Zum dritten Mal wird in Lettland internationale Kulturfestival „Via Baltica“ organisiert. Die Veranstaltungen findet vom 22. bis 31. August in der Städten Liepājā und Kuldīgā statt.

Die Besucher können während des Musikevents Künstler aus den baltischen Staaten, Russland, Frankreich und Spanien erleben. Die Veranstaltung erinnert sich an eines der wichtigsten Ereignisse der Geschichte im Baltikum, den sogenannten „Baltischen Kette“, genannt auch „Baltischer Weg“ (litauisch Baltijos kelias, lettisch Baltijas ceļš, estnisch Balti kett), als die Esten, Letten und Litauer am 23. August 1989, dem fünfzigsten Jahrestag des Hitler-Stalin Pakts, auf die Straßen gingen und gemeinsam eine rund 600 Kilometer lange Menschenkette gegen den sowjetische Diktatur bildeten. Rund 1,5 Balten nahmen damals an der Protest teil und brachten ihre Einigkeit in dem Drang nach Freiheit und Unabhängigkeit zur Ausdruck. Die Menschenkette reichte von Vilnius in Litauen über Riga in Lettland bis nach Tallinn in Estland. Sie war die größte Menschenkette der Geschichte.

Hitler-Stalin Pakt, der deutsch-sowjetische Nichtangriffs-Vertrag
Nach langen Geheimgesprächen unterzeichneten in Anwesenheit Josef W. Stalins am 23. August 1939 der Chefdiplomat Adolf Hitlers, Joachim von Ribbentrop und der Vorsitzende des Rates der Volkskommissare und Kommissar für Äußeres Wjatscheslaw M. Molotow im Moskauer Kreml den als "Hitler-Stalin Pakt" bekannten deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt. Der Vertrag ermöglichte Hitler den Überfall auf Polen am 1. September 1939, mit dem deutsche Diktator den Zweiten Weltkrieg entfesselte.

Der Pakt erfasste neben dem offiziellen Vertragstext ein geheimes Zusatzprotokoll. Das verhüllte Abkommen regelte die Aufteilung Polens zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetunion. Auch die baltischen Staaten, Bessarabien und Finnland wurden den jeweiligen Interessensphären der Vertragspartner zugeteilt. So legalisierte der sowjetische Diktator Stalin seine Ansprüche an Estland, Lettland und Litauen und besetzte kurz danach das Baltikum.

Hitler sah diese Verträge als nicht zwingend an: Am 18. Dezember 1940 verordnete er die "Führer-Weisung Nr. 21", bekannt als "Unternehmen Barbarossa" und griff am 22. Juni 1941 die Sowjetunion an. Nach der Verletzung der Vertragsbestimmungen hatte der Pakt zwischen den Despoten seine Gültigkeit verloren.

Die „Großen Drei“ in Potsdam, 17. Juli bis zum 2. August 1945 im Potsdamer Schloss Cecilienhof,: (von links nach rechts) der britische Premierminister Clement Attlee, der US-Präsident Harry S. Truman, der sowjetische Generalissimus Josef Stalin; stehend dahinter: der US-Admiral William Daniel Leahy, der britische Außenminister Ernest Bevin, der US-Außenminister James F. Byrnes und der sowjetische Außenminister Wjatscheslaw M.  Molotow Die „Großen Drei“ in Potsdam, 17. Juli bis zum 2. August 1945 im Potsdamer Schloss Cecilienhof,: (von links nach rechts) der britische Premierminister Clement Attlee, der US-Präsident Harry S. Truman, der sowjetische Generalissimus Josef Stalin; stehend dahinter: der US-Admiral William Daniel Leahy, der britische Außenminister Ernest Bevin, der US-Außenminister James F. Byrnes und der sowjetische Außenminister Wjatscheslaw M. Molotow Das spätere tragische Schicksal der baltischen Staaten wurde während des Konferenzen in Jalta (Krim), einen diplomatischen Treffen der Präsidenten Franklin D. Roosevelt (USA), Winston Churchill (Vereinigtes Königreich) und Josef W. Stalin (UdSSR) und Potsdam 1945 von Kriegsallierten (USA, Großbritannien, Sowjetunion) besiegelt. Am 23. August 1979 veröffentlichten 45 Bürger Estlands, Lettlands und Litauen einen offenen Brief, den sogenannten Baltischen Appell, indem sie die Veröffentlichung und Annullierung der Geheimprotokolle verlangten. Erst am 23. August 1989 hat das Parlament der UdSSR (Der Oberste Sowjet) die geheimen Klauseln des Hitler-Stalin Paktes de jure für nichtig erklärt.

Sowjethistoriker Lew Besymenski über die Entdeckung der Geheimprotokolle zum Hitler-Stalin-Pakt (Quelle: Der Spiegel Nr. 3/1991): www.spiegel.de

Weitere Informationen über „Via-Baltica“ Musikfestival:
Facebook www.facebook.de
Homepage der Veranstaltung: www.via-baltica.lv

Foto: © Bundesarchiv / Wikipedia

 


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