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Litauen plant Sperrung russischer Kanäle

Logo des russischen Senders NTV Mir in LitauenLogo des russischen Senders NTV Mir in LitauenIn Litauen wird über die Abschaltung der russischen Sender „RTR Planeta“ und „NTV Mir“, sowie Einschränkungen bei der Ausstrahlung einzelner Sendungen des Kanals Ren TV Baltic (Lietuva) beraten. Eine Entscheidung über das temporäre Sendeverbot wird aber erst getroffen, wenn der für das Verbot zuständige Ausschuss ein Statement zu Verletzungen der journalistischen Ethik zusammengefasst hat, und die EU-Kommission dafür grünes Licht gibt.

Die Anregung zu der einjährigen Sperrung der russischen Kanäle kam von dem Chef des litauischen nationalen Rundfunks, Edmundas Vaitekūnas: „Einzelne Übertragungen aus Russland waren in Litauen schon einstweilig gestoppt worden. Jetzt möchten wir das ganze Programm der russischen Sender sperren, weil es zu wiederholten Rechtsverstößen gekommen sei,“ begründete er seinen Vorschlag. Vaitekūnas kann sich vorstellen, dass die Sendesperre für russischen Kanäle bis zu einem Jahr dauern kann.

Verschiedene geschichtliche Auffassungen
Es geht vor allem um im russischen Fernsehen geäußerte Meinungen, die mit der historischen Wahrnehmung der Litauer mit offiziellen Position Russlands nicht übereinstimmen. Unter anderem behauptet Moskau bis heute, dass Litauen (aber auch Nachbarländer Lettland und Estland) von Sowjets nicht okkupiert worden waren. Russland redet von einer Befreiung Litauens von Faschisten. Diese sogenannte „Befreiung“ dauerte jedoch 46 Jahren und kostete hunderten von Litauern (genau so wie Letten und Esten), die entweder deportiert wurden oder sich gegen die kommunistische Regime stellten, das Leben.

Als Litauen dann am Jahresanfang 1991 seine Unabhängigkeit erklärt hatte, ließ Kreml seine Rote Armee in dem baltisches Land aufmarschieren. Am 14. Januar rollten sowjetische Panzer in die Hauptstadt Vilnius. Gemeinsam mit den Scharfschützen der Einsatztruppe „Alpha“ der sowjetischen politischen Geheimpolizei KGB versuchten die Rotarmisten, das Rundfunkzentrum in Vilnius einzunehmen. Vor dem Gebäude waren Litauer verammelt, die das Objekt verteidigten. Sowjetische Schützen feuerten in die friedliche Menschenmenge. 14 Menschen verloren dabei ihr Leben, Hunderte wurden verletzt.

 



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