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17. Feb 2018
07. Woche
5. Jahrgang

Lettland will KGB-Archive für Historiker öffnen

KGB-Gebäude in Riga, Brīvības iela 61 (dt. Freiheitsstraße)KGB-Gebäude in Riga, Brīvības iela 61 (dt. Freiheitsstraße)Das lettische Parlament (Saeima) hat im Mai eine Gesetzesänderung gebilligt, demnach Historikern einen Zugang zu den geheimen Archiven der sowjetischen Staatssicherheit KGB ermöglicht wird. Die Wissenschaftler sollen die Möglichkeit haben festzustellen, welchen materiellen und moralischen Schaden die politische Geheimpolizei der kommunistischen Regime bei dem lettischen Staat und den Bürgern verursacht hatte.

Zur Zeit werden Vorschläge zur Bildung einen entsprechenden Kommission, deren Aufgabe es wäre, die geschichtliche Bearbeitung zu übernehmen, angenommen. Vorgesehen ist, dass bis zu 20 Wissenschaftler an der Projekt teilnehmen werden.

Der Kommission sollen Vertreter des Nationalarchivs Lettlands, der Fakultät für Geschichte und Philosophie an der Universität Lettland, des Zentrums für Erforschung der sozialen Erinnerung, des Historischen Nationalen Museums und des Okkupationsmuseum angehören. Die Zusammensetzung der Kommission muss von Kabinett gebilligt werden. Festgelegt müssen zudem die Prinzipien, nach denen die Kommission ihre Arbeit durchführen wird.

Zur Zeit steht die Finanzierung des Projektes noch nicht fest. Ainars Bambals aus dem lettischen Nationalen Historischen Archiv bringt vor, dass ein großer Teil der KGB-Dokumente nach 20-30 Jahren nicht mehr lesbar sei, da sie sind oft mit Bleistift auf ein dünnen Papier geschrieben worden sind. Deswegen sei eine baldige Digitalisierung der Akten notwendig.

Geplant ist, dass die Kommission ihre Arbeit bis 2018 abschließen soll. Das neue Gesetz sieht vor, dass die KGB-Archive auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein sollen. Nur ein kleiner Teil der Akten soll weiterhin geheim bleiben. Erforscht werden müssen auch die Anleitungen und Handbücher, die helfen werden, die Sprache der kommunistischen geheimen Staatspolizei zu verstehen. Im Archiv befinden sich 15.000 Akten über die Mitarbeiter der Nomenklatura.

Foto: © http://office.riga2014.org


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